(Bild: VDI / Woppowa)
Die Gäste und Mitglieder der VDI-Fachbereiche Agrartechnik, Biodiversität/GVO-Monitoring/Risikomanagement, Bionik, Biotechnologie und Medizintechnik nutzten das besondere Ambiente von Schloss Birlinghoven für einen intensiven Austausch

(Bild: VDI / Woppowa)

Digitalisierung - Biologisierung - BienABest

TLS-Jahrestreffen auf Schloss Birlinghoven

05.06.2018

Auf Schloss Birlinghoven trafen sich am 15./16. Mai 2018 über 50 hochkarätige Experten zum Jahrestreffen der VDI-Fachgesellschaft Technologies of Life Science (VDI-TLS). Die Mitglieder der VDI-TLS-Lenkungsgremien unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Marc Kraft, Technische Universität Berlin, diskutierten im Plenum die dualistischen Themen Digitalisierung und Biologisierung und setzten sich intensiv mit dem Verbundprojekt BienABest und dem Schutz der Wildbienen auseinander.

Auf Einladung von Professor Berlage, Abteilungsleiter Life Science Informatik im Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT und Mitglied des VDI Fachbereichs Biotechnologie, nutzten die ausgewählten Gäste und Mitglieder der VDI-Fachbereiche Agrartechnik, Biodiversität/GVO-Monitoring/Risikomanagement, Bionik, Biotechnologie und Medizintechnik das besondere Ambiente von Schloss Birlinghoven für einen intensiven Austausch. Anlässlich des Jahrestreffens wurde Dr. Stephan Kabasci, Abteilungsleiter "Biobasierte Kunststoffe" im Fraunhofer UMSICHT und stellvertretender Vorsitzender des VDI-Fachbereichs Biotechnologie, mit der VDI-Ehrenplakette in Anerkennung seines herausragenden ehrenamtlichen Engagements und seiner Leistungen zur Entwicklung biobasierte Kunststoffe ausgezeichnet.

  

Professor Berlage führte mit seinem Eröffnungsvortrag in das Thema Digitalisierung ein und stellte den aktuellen VDI-Statusreport „Digitaler Transformationsprozess in Unternehmen“ vor, an dem er maßgeblich mitgewirkt hat. Anhand von verschiedenen Personae, wie dem Heizungsbauer Michael und der mittelständischen Unternehmerin und Werkzeug-Herstellerin Heike, wird die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle für verschiedene Branchen und Unternehmensbedingungen vorgestellt.

Der Themenblock Digitalisierung wurde durch die Vorträge von Dr. Andreas Pippow, Fraunhofer FIT, zur Richtlinie VDI 6320 "Datenmangement im Bereich Life Sciences" und Dr. Jens Atzrodt, Sanofi-Aventis, über Diagnosis, Drugs, Device, Data – Digitalisierung in der pharmazeutischen Industrie abgerundet.

  

In ihrem Vortrag „Biologisierung der Technik – Status und Perspektiven aus Sicht der Materialforschung" erläuterte Frau MinR`in Liane Horst, Leiterin Referat 511 – Neue Materialien; Batterie; KIT, HZG im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dass Einzel- und Systemlösungen der Natur nicht nur faszinieren, sondern mit ihren Prozessen und Prinzipien auch einen Mehrwert für technische Anwendungen bieten können.

Highlight des Abends war der Vortrag von Dr. Sabrina Krausch, Universität Ulm und stellvertretende Vorsitzende des neuen Richtlinienausschusses VDI 4340 "Bestandsschonende Erfassung von Wildbienen". Frau Dr. Krausch schilderte den bestürzenden Rückgang an Anzahl und Vielfalt der Wildbienen, der im Frühjahr 2018 erneut verzeichnet wurde. Als Projektpartnerin des Verbundprojekts BienABest berichtete sie über die Maßnahmen, die bereits im ersten Jahr des Verbundprojekts erfolgreich durchgeführt wurden:

  • Auswahl der 20 Untersuchungsstandorte mit drei Untersuchungsvarianten in der Agrarlandschaft (naturnahe Fläche; Wildbienenweide, konventionelle Kleinstruktur)
  • Anlage von Wildbienen-Nisthügeln
  • Ausbringen der Samenmischungen der Wildbienen-Blühweiden (Verwendung von zertifiziertem, gebietsheimischem Saatgut aus den jeweiligen Naturräumen Deutschlands)
  • Begehungen und bestandsschonende Erfassung der Wildbienen als Basislinie für die Folgejahre des Projekts
  • Konstituierung des ersten Richtlinienausschusses VDI 4340 Blatt 1 "Bestandsschonende Erfassung von Wildbienen"

  

Das fachlich breit aufgestellte Auditorium diskutierte intensiv die Bedeutung der Wildbienen für die biologische Vielfalt. Die Mitglieder der VDI-Fachbeiräte sprachen ihre Anerkennung aus, dass der VDI dieses wichtige Naturschutzprojekt durchführt und sich bereits vor Jahren für den Schutz der Wildbienen eingesetzt hat. Weitere Informationen: www.bienabest.de

  

Auf den Sitzungen aller Fachbeiräte der VDI-TLS, die sich am 15. und 16. Mai 2018 auf Schloss Birlinghoven trafen, wurden zahlreiche neue Projekte angestoßen. Z.B. plant der VDI-Fachbereich Biotechnologie eine neue Publikation zu Antibiotika und der VDI-Fachbereich Max-Eyth-Gesellschaft Agrartechnik (VDI-MEG) unterstützt das neue Förderprojekt DigiLand zur Digitalisierung in der Landwirtschaft. Insgesamt wurde die zweitätige Veranstaltung als großer Erfolg gewertet. Das nächste VDI-TLS-Jahresarbeitstreffen findet am 16. und 17. Mai 2019 im Rahmen des Deutschen Ingenieurtags (DIT) in Düsseldorf statt.

  
Hintergrund:

Mit dem Verbundprojekt BienABest soll die Ökosystemleistung "Bestäubung durch Wildbienen" bundesweit gesichert und wieder gesteigert werden. Dazu werden Verfahren entwickelt und standardisiert, die im Anschluss an das Projekt auch als Basis für ein systematisches Monitoring genutzt werden können.
Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI e.V.) koordiniert das Gesamtprojekt.  Verbundpartner ist die Universität Ulm.

  

Das Verbundprojekt BienABest wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert. Weiterhin wird das Projekt vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, BASF SE und dem Bee Care Center der Bayer AG finanziell unterstützt.

  

Ihre Ansprechpartnerin im VDI:
Dr. Ljuba Woppowa
VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences (VDI-TLS)
Telefon: +49 211 6214-314
Telefax: +49 211 6214-97314
E-Mail: tls@vdi.de