(Bild: U. Neumüller)
BfN-Präsidentin Jessel besichtigt zusammen mit dem BienABest-Projektteam des VDI die Untersuchungsfläche in Obergailingen zur standardisierten Erfassung von Wildbienen

(Bild: U. Neumüller)

Hoher Besuch bei BienABest

BfN-Präsidentin Jessel besichtigt BienABest-Standort

07.09.2018

Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) hat am 16.08.2018 eine Untersuchungsfläche des Projektes „Standardisierte Erfassung von Wildbienen zur Evaluierung des Bestäuberpotenzials in der Agrarlandschaft (BienABest)“ am Standort Obergailingen besichtigt und sich über den Fortgang des Projektes informiert.

Das Projekt BienABest setzt sich seit 2017 für den Schutz und Erhalt der Wildbienenvielfalt in Deutschland ein. An 20 ausgewählten Standorten in der Agrarlandschaft in ganz Deutschland sind bereits im Herbst 2017 Wildbienenweiden eingesät und neue Nisthügel etabliert worden. Eines dieser neu eingerichteten Habitate für Wildbienen hat sich die Präsidentin des BfN Prof. Beate Jessel am 16.08.2018 am Standort Obergailingen nahe der schweizerischen Grenze bei einem Besuch angesehen. Neben Frau Jessel waren auch Vertreter des Umweltministeriums Baden-Württemberg, des Landschaftserhaltungsverbands Konstanz, der Bürgermeister aus Gailingen und Vertreter der Presse bei der Besichtigung anwesend. Die Verpflegung der Gäste mit Biolimonade und selbstgebackenem Zopf erfolgte durch die Familie Bucheli (Johannihof), die ihre Flächen am Standort Obergailingen dem Projekt dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat.

     
Nach einer Begrüßung durch den Projektleiter Prof. Manfred Ayasse folgten kurze Statements der Präsidentin und der ProjektmitarbeiterInnen. „Naturschutz und Landwirtschaft sind gemeinsam gefragt, wenn es darum geht, in der Agrarlandschaft ganz gezielt für Insekten Räume zu schaffen, in denen sie sowohl Nahrung als auch Nistgelegenheiten und Lebensraum finden.“ sagte die Präsidentin bei ihrem Besuch in Obergailingen und bemerkte weiter, dass „Blühwiesen mit einem breiten Spektrum einheimischer Wild- und Kulturpflanzen […] wieder selbstverständlich in das Bild einer agrarwirtschaftlich geprägten Landschaft gehören [sollten], ebenso wie auf mehrere Jahre angelegte Brachen.“ Anschließend wurden bei einer kurzen Exkursion die im Rahmen des Projektes angelegte Wildbienenweide, ein Nisthügel und eine Feuchtwiese besichtigt. Durch ihren sehr blütenreichen Bewuchs macht die Feuchtwiese den Standort Obergailingen für Wildbienen so attraktiv. Hier konnten sich die Besucher einen Eindruck von den Maßnahmen machen, die im Projekt BienABest deutschlandweit umgesetzt wurden. Begleitet wurde die Exkursion von einem Kamerateam des SWR, der einen anschaulichen und schönen Beitrag am 17.8.2018 ausstrahlte. Der Beitrag steht hier zu Verfügung.

  
Die MitarbeiterInnen des Projekts erklärten vor Ort die Arbeitsweisen der WildbienenexpertInnen, die die Flächen betreuen und die Dokumentation der dort gefundenen Wildbienenarten. Anhand der bei den Begehungen der Flächen gesammelten Daten wird die Entwicklung der Wildbienenvielfalt beobachtet und Rückschlüsse darauf gezogen, welche Maßnahmen die Wildbienenvielfalt in der Agrarlandschaft Deutschlands langfristig sichern und erhalten können. Ein Vergleich der im Projekt angelegten Wildbienenweiden mit konventionellen Flächen der Agrarlandschaft und Flächen aus dem naturnahen Raum soll Aufschluss darüber geben, welche Parameter Einfluss auf die Vielfalt der Wildbienen haben. Auf diese Weise soll wissenschaftlich untersucht werden, wie die Artenvielfalt der Wildbienen deutschlandweit wieder gesteigert und auch in Zukunft geschützt werden kann.

In diesem Jahr konnten bereits erste Erfolge der biodiversitätsfördernden Maßnahmen des Projekts verbucht werden. Die Weiden und Nisthügel sind gut von den Wildbienen angenommen worden und die ersten Auswertungen zeigen, dass beispielsweise am Standort Obergailingen über 80 verschiedene Wildbienenarten auf der Wildbienenweide nachgewiesen werden konnten, darunter auch Arten, wie die seltene gebänderte Pelzbiene, die nach der Roten Liste als gefährdet eingestuft wird.

Lesen Sie hierzu auch das Interview mit Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, in den VDI nachrichten: "Massiver Artenschwund in der Natur: Das Projekt „BienABest“ will Wildbienen retten – das helfe auch der Landwirtschaft"

Das Projekt BienABest wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert. Weiterhin wird das Projekt vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, BASF SE und dem Bee Care Center der Bayer AG finanziell unterstützt.

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