(Bild: BienABest – Universität Ulm)
Schulung zu Wildbienensachverständigen an der Universität Ulm: Bestimmung von Wildbienen am Mikroskop

(Bild: BienABest – Universität Ulm)

BienABest

Erste Schulung von Wildbienensachverständigen

15.03.2019

Angesichts des Rückgangs von Wildbienen sind Maßnahmen zum Wildbienenschutz dringend gefragt. Doch wie lässt sich deren Erfolg messen und die Entwicklung der Wildbienenpopulationen langfristig dokumentieren? Neben der Entwicklung von standardisierten Methoden zur Erfassung von Wildbienen werden im Projekt BienABest Wildbienensachverständige ausgebildet, um dem derzeitigen Mangel an Wildbienenexpertise in Deutschland entgegenzuwirken.

BienABest zieht eine erfolgreiche Bilanz über die erste Schulung im Februar:

Die erste Schulung zu Wildbienensachverständigen wurde vom 11.-15.02.2019 an der Universität Ulm abgehalten. Auf Basis der Bewerbungsunterlagen, die ein Motivationsschreiben beinhalteten, wurden die 18 Teilnehmenden ausgewählt. Die Schulung wurde vom Team um  Prof. Ayasse vom BienABest-Umsetzungsprojekt an der Universität Ulm ausgerichtet. Neben Doktorandinnen und Doktoranden von verschiedenen Universitäten nahmen auch freiberuflich Tätige im Bereich Insektenmonitoring, Mitglieder von Landesbehörden und Privatpersonen an der Schulung teil.


Inhalt der Schulung waren täglich zwei Fachvorträge zu verschiedenen wildbienenrelevanten Themen, wie zum Beispiel eine Einführung in die Biologie, Ökologie und das Verhalten von Wildbienen, ihre Beziehung zu Blütenpflanzen und die chemische Kommunikation.  Weiterhin wurde auf die Bedrohung von Wildbienen eingegangen, Schutzmöglichkeiten aufgezeigt, und Monitoringmethoden für Wildbienen vorgestellt. Abschließend wurde den Teilnehmenden das Projekt BienABest präsentiert.


In einem weiteren Teil der Schulung wurde den Teilnehmenden nach einer Einführung das Präparieren und Bestimmen von Wildbienen auf Gattungs- und Artniveau vermittelt. Die Wildbienen wurden mit Hilfe von Bestimmungsschlüsseln anhand von Merkmalen, die zumeist ein Mikroskop erfordern, bestimmt. Die Bestimmung der Hummelarten erfolgte mit feldtauglichen Merkmalen, die es ermöglichen sollen, lebendige Tiere im Feld auch ohne Mikroskop zu identifizieren. Am Ende der Schulung erfolgte eine Erfolgskontrolle, bei der alle Teilnehmenden jeweils fünf Wildbienenarten, darunter zwei Hummelarten, bestimmen mussten.


Während der Kaffeepausen und bei einem gemeinsamen Abendessen gab es für die Wildbieneninteressierten genügend Zeit, sich untereinander zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen.


Insgesamt war die Wildbienenschulung ein voller Erfolg: Die Schulung erhielt von den Teilnehmenden in einer Evaluierung eine sehr gute Bewertung. Gleichzeitig wurde aber auch der Wunsch geäußert, dass in den kommenden Jahren im Rahmen des Projekts BienABest weiterführende Schulungen für schwierig zu bestimmende Wildbienenarten angeboten werden sollten.

    

Das Projekt BienABest wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert. Weiterhin wird das Projekt vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, BASF SE und dem Bee Care Center der Bayer AG finanziell unterstützt.

     

Ihre Ansprechpartner im Projekt BienABest:
Prof. Manfred Ayasse
Universität Ulm
Institut für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik
Telefon: +49 731 5022663
E-Mail: Manfred.Ayasse@uni-ulm.de

    

Dr. Ljuba Woppowa
VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences (VDI-TLS)
Telefon: +49 211 6214-314
Telefax: +49 211 6214-97314
E-Mail: tls@vdi.de