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BienABest

Bild: Hans R. Schwenninger

BMU-Sommerreise 2021

Wildbienen-App fürs Smartphone

Bundesumweltministerin Svenja Schulze besuchte das Projekt BienABest am 28. Juni im Rahmen ihrer Sommerreise 2021 auf Gut Hasselholz bei Aachen. Dort gab sie den Startschuss zur App „Wildbienen ID BienABest“. Die App geht zurück auf das Verbundprojekt „BienABest“. Ein wichtiger Bestandteil von BienABest ist die Erarbeitung von standardisierten Erfassungsmethoden als Basis für ein systematisches Langzeit-Monitoring für Wildbienen. Die App "Wildbienen Id BienABest" der Firma Sunbird Images kann diese Erfassungsmethoden durch eine bestandsschonende Bestimmung von Wildbienen im Feld unterstützen. Mit dem praktischen Bestimmungstool fürs Smartphone können auch Laien Wildbienen einfach und sicher bestimmen.

Die App der Firma Sunbird Images steht für iOS-Geräte im App Store oder als Android-App auf Google Play  kostenlos zum Download bereit. In der App sind 100 verschiedene Wildbienenarten sowie die Honigbiene detailgenau dargestellt. Mithilfe der hochauflösenden Fotos des Wildbienenexperten Hans Schwenninger lassen sich auch ähnliche Wildbienenarten gut auseinanderhalten.

Stoppschild gegen das Artensterben

Bundesumweltministerin Schulze: "Beim Artenschutz denken viele an aussterbende Nashornarten oder an den tropischen Regenwald. Aber auch wir in Deutschland haben Arten und Ökosysteme, die aussterben. Mein Ziel ist die Trendumkehr, das Stoppschild gegen das Artensterben. Was der Regenwald für bestimmte Affenarten ist, das ist zum Beispiel die Glatthaferwiese für bestimmte Insektenarten hier vor unserer Haustür. Diese Wiesen sind an vielen Orten verschwunden – so wie der Regenwald in Brasilien, nur unbemerkter. In der Region Aachen versuchen wir mit Förderung des Bundesumweltministeriums, dieses Ökosystem zurückzugewinnen – und damit Lebensraum zu schaffen für all die Arten, die davon abhängen. Insekten bestäuben unsere Obstpflanzen, sie sind zugleich Müllabfuhr, Kläranlage und Gesundheitsdienst unserer Ökosysteme. Eine Welt ohne Insekten wäre auch für uns Menschen nicht mehr lebenswert."

Den Rückgang der Wildbienen stoppen

Das im Mai 2017 begonnene und mit rund 2,6 Millionen Euro durch BMU und BfN geförderte Projekt "BienABest" (Standardisierte Erfassung von Wildbienen zur Evaluierung des Bestäuberpotenzials in der Agrarlandschaft) des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI e. V.) und der Universität Ulm hat das Ziel, den Rückgang der Wildbienen zu stoppen und deren Bestäubungsleistung nachhaltig zu sichern und wieder zu steigern. Denn fast die Hälfte der in den Roten Listen bewerteten Wildbienenarten in Deutschland sind in ihrem Bestand gefährdet oder schon ausgestorben. Darum werden im Projekt Nisthügel und Wildbienenweiden angelegt, um neue Lebensräume für Wildbienen zu schaffen.

Öffentlichkeitsarbeit

Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Entwicklung und zum Schutz der Wildbienen ist eine engagierte Öffentlichkeit zentral für den Erhalt der Wildbienenvielfalt. Dazu gehört auch die Aufklärung von Kindern und Jugendlichen über die Bedeutung von Biodiversität und Wildbienenschutz. Daher hat der VDI 2021 parallel zum Start der App „Wildbienen Id BienABest“ ein Fachmagazin für Kinder der Altersklasse 4 bis 12 Jahre publiziert, das spielerisch an die Themen Biodiversität und Wildbienenschutz heranführt (VDIni Magazin Wildbienen).

Weitere Insektenschutzprojekte

Als nächste Station besuchte Svenja Schulze in Aachen die Projekte FLIP und LIBA. Im laufenden Vorhaben "FLIP ‒ Förderung der Lebensqualität von Insekten und Menschen durch perfekte Wiesenwelten" werden in Aachen regionaltypische artenreiche Glatthaferwiesen entwickelt. Im nun startenden Projekt "LIBA - Leitfaden für die Insektenförderung durch Blühstreifen im Ackerland" werden neue Konzepte entwickelt, wie Blühstreifen in der Agrarlandschaft zur Förderung der Artenvielfalt unkompliziert angelegt und finanziert werden können.

Bildergalerie

Förderer

Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI e. V.) koordiniert das Gesamtprojekt. Verbundpartner ist die Universität Ulm. Das Projekt „BienABest“ wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit BMU) gefördert. Weiterhin wird das Projekt vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, BASF SE und Bayer AG finanziell unterstützt.

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