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BienABest-Highlights 2022

BienABest wünscht frohe Weihnachten!

Mit großen Schritten geht es auf Weihnachten zu und ein erfolgreiches BienABest-Jahr neigt sich dem Ende zu. Genießen Sie mit uns den Rückblick auf unsere Highlights 2022.

Ergebnisse von der Universität Ulm

Der kleine Wiesenfleck wirkt, als hätte man ihn vergessen. Johanniskraut und Königskerze recken hier zum Beispiel ihre Blüten in den Himmel. Das vermeintlich vernachlässigte Wiesenstück ist Teil unseres Forschungsprojekts bei BienABest: An insgesamt 20 Standorten in ganz Deutschland untersuchen Forscherinnen und Forscher, welche Arten von Wildbienen es dort gibt und wie ihre Bestände nicht nur gestützt, sondern am besten ausgeweitet werden können. Nach einigen Jahren der intensiven Forschung können nun endlich die ersten Ergebnisse in internationalen Fachzeitschriften publiziert werden:

Doppelblind-Validierung alternativer Verfahren zur Identifizierung von Wildbienen: DNA-Metabarcoding und In-vivo-Bestimmung im Feld 

Um die Genauigkeit der Lebendbestimmung von Wildbienen zu prüfen, wurden 208 Bienenindividuen, die von Fachleuten im Feld als lebend bestimmbar eingeschätzt wurden, nach ihrer Artbestimmung am lebenden Tier abgetötet und anschließend von anerkannten Wildbienen-Experten und Expertinnen im genadelten Zustand nachbestimmt. Abschließend wurden die Individuen mit DNA-Metabarcoding erneut bestimmt, um die beiden Methoden vergleichen zu können. Es konnte nachgewiesen werden, dass die als lebend bestimmbar eingeschätzten Individuen von den Fachleuten im Feld mit derselben Zuverlässigkeit bestimmt werden konnten wie im genadelten Zustand. https://doi.org/10.3897/jhr.93.86723 

Bevorzugte Pflanzen von Wildbienen 

Wildbienen zeigen starke Präferenzen beim Blütenbesuch. Dies bezieht sich vor allem auf das Sammeln von Pollen, um damit ihren Nachwuchs zu versorgen. Um Pflanzenarten zu identifizieren, die von einer großen Vielfalt an Wildbienen besucht werden, hat das Forschungsteam von BienABest ca. 20.000 Blütenbesuche von 460 Bienenarten ausgewertet. So konnte herausgefunden werden, welche Pflanzen besonders wertvoll, beispielsweise für Bienenwiesen-Blühmischungen sind. https://doi.org/10.1016/j.agee.2022.108266 

Künstliche Nisthügel fördern Wildbienen in Agrarlandschaften 

Die Mehrzahl aller Wildbienenarten nistet im Boden. Vor allem in intensiv genutzten Agrarlandschaften sind geeignete Nistplätze aber selten geworden. Deshalb wurden zur Förderung bodennistender Arten 20 künstliche Nisthügel im Rahmen des BienABest Projektes in Deutschland etabliert. Die Nisthügel wurden sehr gut angenommen und konnten, vor allem in Verbindung mit Blühstreifen, den Bestand der Wildbienen fördern. https://doi.org/10.3390/insects13080726 

Schulungen an der Universität Ulm

Sie sind schon fast ein liebgewonnenes Ritual: Seit Projektbeginn finden jedes Jahr Schulungen für Wildbienensachverständige und solche, die es werden wollen, statt. Wir freuen uns, dass es so viele Wildbienen-Enthusiasten gibt und dass wir auch dieses Jahr wieder einen Anfänger- und einen Fortgeschrittenenlehrgang anbieten konnten. 

Klimareihe

„Biodiversität und Klima sind zwei Seiten der gleichen Medaille“, diesen Satz hört man mittlerweile immer häufiger. Nicht ohne Grund, gibt es doch unzählige Synergien, welche die beiden Themenfelder miteinander teilen. Einen kleinen Einblick in diese faszinierenden Gebiete gibt unsere Themenreihe „Klima und Biodiversität“.  Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Klima und Wetter? Welchen Einfluss haben sie jeweils auf die Biodiversität? Antworten gibt es in kurzen, informativen Artikeln.

VDI-Agenda: Herausforderung - Anpassung an den Klimawandel

Der Klimawandel stellt uns als Gesellschaft vor große Herausforderungen, vor allem die notwendige Etablierung von Maßnahmen zum Klimaschutz, als auch zur Klimaanpassung betreffen uns alle. Diesem interdisziplinären und gemeinschaftlichen Thema widmet sich die VDI-Agenda „Herausforderung - Anpassung an den Klimawandel“ und stellt verschiedene VDI-Richtlinien und Projekte vor, welche das Thema von unterschiedlichen Seiten beleuchten. Auch BienABest ist Teil dieser Agenda und wir freuen uns über die Veröffentlichung, welche hier zu finden ist. 

VDI-Webinar "Praxistipps zum Wildbienenschutz" 

Was haben Wildbienen mit Technik zu tun? Die Antwort darauf gaben unsere Experten Sebastian Hopfenmüller, BienABest-Mitarbeiter und Autor, sowie Fabian Karwinkel, Biologe bei der Firma SUNBIRD IMAGES. Zu Gast beim Format „VDI-Webinare: Wissen aus der 1. Reihe“ plauderten sie über die Entwicklung der App „Wildbienen Id BienABest“, ein neues Buch über Wildbienen und über mehr Technisches und Praktisches rund um den Wildbienenschutz. Das gesamte Webinar finden sie hier on-demand abrufbar, viel Spaß beim (nochmal) gucken!

Tagungsband zum Expertenforum „Wildbienenschutz gemeinsam gestalten“

Nach unserem erfolgreichen Expertenforum im November 2021 waren wir sehr froh, 2022 einen umfänglichen Tagungsband mit allen Beiträgen, Postern und vielen Stimmen veröffentlichen zu können! Der Tagungsband kann hier kostenfrei heruntergeladen werden und enthält eine Menge aktueller Informationen rund um Wildbienen, ihren Schutz und viele Projekte. 

Was für ein Jahr! Wir hoffen, dass das nächste BienABest-Jahr genauso erfolgreich wird. Und so bleibt uns noch, Ihnen eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit zu wünschen, bleiben Sie gesund und kommen Sie gut ins neue Jahr! 

Ihre BienABest-Teams in Düsseldorf und Ulm

Das Projekt „BienABest“ wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt  durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) gefördert. Weiterhin wird das Projekt vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-WürttembergBASF SE und Bayer AG finanziell unterstützt.

Ihre Ansprechpartnerin im VDI:
Dr. Ljuba Woppowa
Verbundkoordinatorin und Projektleiterin Standardisierungsprojekt
VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences (VDI-TLS)
Telefon: +49 211 6214-314
Telefax: +49 211 6214-97314
E-Mail: tls@vdi.de 

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