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Wildbiene und Insekt des Jahres 2019

Wie jedes Jahr wurden auch für 2019 das „Insekt des Jahres“ und die „Wildbiene des Jahres“ gekürt. Die Wildbiene des Jahres 2019 ist die Senf-Blauschillersandbiene (Andrena agilissima) und als Insekt des Jahres wurde die Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) ausgewählt. Damit bekamen in diesem Jahr gleich zwei Wildbienenarten den Zuschlag. Sie stehen damit auch gemeinsam Pate für den nachweislich massiven Rückgang an Insekten in der Kulturlandschaft.

 

Gemeinsames Ziel beider Aktionen ist es, auf das Artensterben insgesamt aufmerksam zu machen. Dass in diesem Jahr gleich zwei Wildbienenarten ausgewählt wurden, zeigt dass die Bedeutung der Bestäuber für den Erhalt von Ökosystemen und für die Landwirtschaft immer mehr Aufmerksamkeit erfahren. Derzeit leben rund 700 Wildbienenarten in Mitteleuropa.
  
Ein Kuratorium um Prof. Dr. Thomas Schmitt, dem Vorsitzenden des Deutschen Entomologischen Instituts in Müncheberg, kürt bereits seit 1999 das Insekt des Jahres. Seit 2013 wählt zudem ein Kuratorium des Wildbienen-Katasters die Wildbiene des Jahres.

Blühende Wiesen und Unterkünfte für die Bienen!
Die Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) ist bekannt als Frühlingsbotin. Durch ihr Nistverhalten ist sie häufig in der Nähe menschlicher Siedlungen zu finden. Als Nistplätze suchen sich die 8-14 mm großen Insekten Hohlräume in den verschiedensten Materialien, wie beispielsweise in Trockenmauern, Lehmwänden oder Totholz. Auch künstliche Nisthilfen für Insekten – die auch als Insektenhotels oder Insektenwand bezeichnet werden – werden von dieser Wildbiene als Brutstätte gewählt. Daher kann man mit der Bereitstellung von Nisthilfen auch die Rostrote Mauerbiene unterstützen. Bei der Nahrungssuche ist sie ein echter Allrounder und nicht auf eine bestimmte Nahrungspflanze angewiesen. Viel wichtiger für diese Wildbienenart ist, dass das Pollenangebot groß genug und in der Nähe ihres Nistplatzes erreichbar ist.

Spezialisiert und gefährdet!
Anders als die Rostrote Mauerbiene ist die Senf-Blauschillersandbiene (Andrena agilissima) hochspezialisiert und ernährt sich ausschließlich von Pollen verschiedener Kreuzblütler wie denen des Ackersenfs. Aufgrund ihrer Nahrungsansprüche findet sich diese 13-15 Millimeter große Wildbiene fast ausschließlich in Ackerbaugebieten. Viele ihrer Nahrungspflanzen sind jedoch aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft wie der Einengung auf wenige Kulturpflanzen und dem Einsatz von Herbiziden selten geworden. Zudem bedroht ein mangelndes Angebot an Nistplätzen das Vorkommen dieser Wildbiene. Wie alle Sandbienen nistet die Senf-Blauschillersandbiene im Erdboden und benötigt regengeschützte Plätze an Steilwänden, Bodenanrissen oder Lehmwänden. Diese Strukturen kommen jedoch in der Agrarlandschaft nur noch selten vor. Aus diesen Gründen ist die Senf-Blauschillersandbiene deutschlandweit mittlerweile als gefährdet eingestuft. Hilfe kann das Aussäen von heimischen Kreuzblütlern und die Bereitstellung von geeigneten offenen Bodenstellen und Hangstrukturen bieten.

Quellen:
Insekt des Jahres: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (Facebook)

Wildbiene des Jahres: Wildbienenkataster: Faltblatt Wildbiene des Jahres 2019  (PDF-Datei)

Die Wahl dieser beiden Wildbienenarten zum Insekt beziehungsweise zur Wildbiene des Jahres 2019 macht auf die Bedeutung der Wildbienen für Natur und Landwirtschaft aufmerksam. Um die Biodiversität der Wildbienen zu schützen und zu steigern, werden im Rahmen des Projekts BienABest – unter der Federführung des VDI – unter anderem Richtlinien zur Erfassung und Bestimmung von Wildbienen sowie zur Etablierung von Wildbienenhabitaten in der Agrarlandschaft entwickelt. Durch die Bereitstellung von regionalspezifischen und gebietseigenen Saatgutmischungen soll kontinuierlich ein attraktives Blühangebot in der Agrarlandschaft geschaffen werden.

Der VDI Verein Deutscher Ingenieure (VDI e.V.) koordiniert das Gesamtprojekt.  Verbundpartner ist die Universität Ulm. Das Projekt BienABest wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert. Weiterhin wird das Projekt vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, BASF SE und dem Bee Care Center der Bayer AG finanziell unterstützt.
   
Ihre Ansprechpartnerin im VDI:
Dr. Ljuba Woppowa
VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences (VDI-TLS)
Telefon: +49 211 6214-314
Telefax: +49 211 6214-97314
E-Mail: tls@vdi.de 

    

Relevante Links:

http://www.bienabest.de

http://www.facebook.com/bienabest

http://twitter.com/BienABest

http://www.bfn.de

http://www.uni-ulm.de/nawi/bio3/